Über den Wert von Scheiße!

Das Krieg Scheiße ist, daran besteht keine Frage, doch das Krieg auch wegen eben dieser geführt wird ist vielen nicht so klar! Von 1879 bis 1884 bekriegten sich Chile, Peru und Bolivien in den sogenannten „Shit-Wars“, bei uns „Salpeterkrieg“ genannt… Vordergründig ging es um ein spärlich bewohnte Wüstengegend, die Bolivien mit dem Meer verband, primär aber ging es um die gigantischen Felsen an und vor der Küste, auf denen Pinguine fröhlich alles vollschissen und die daher stanken bis in den Himmel! Ja, klar werdet ihr jetzt sagen… was erzählst Du uns denn hier für einen Schei***… Doch das was die possierlichen Humboldt-Pinguine und anderen Vögel da so an den Felsen hinterlassen, das Guano, ist ein wertvoller Rohstoff, der zu Dünger und Sprengstoff verarbeitet wird. Und der Hunger nach Salpeter war nach Entdeckung seiner düngenden Eigenschafften in den neu aufstrebenden Industriestaaten des 19. Jahrhunderts ebenso groß wie heute unser Hunger nach Öl!

Und warum erzähle ich Euch das? Zum einen weil es in Bolivien heute noch ein Trauma ist! Jeder Reiseführer wird Dir mit einem traurigen Gesicht erzählen, dass Bolivien einst einen Zugang zum Meer hatte und warum sie die Peruaner nicht wirklich leiden mögen! Auch spiegeln sich  geschichtlichen Ereignisse wie diese, immer auch in den aktuellen politischen Gegebenheiten wieder. Ich aber erzähle Euch diese Geschichte, weil ich zu Beginn meiner Reise eben jene Felsen (vor Paracas gelegen) besuchte auf denen die Vogelwelt fröhlich lebt, liebt und eben scheißt. Heute sind dies Naturschutzgebiete und daher voll von buntem Tierleben.


Hat schon ein bisschen was von „Die Vögel“. Und man hat ständig Angst eine ungewollte Packung in die Haare zu bekommen 😉


Einmal im Jahr ist es mit der beschaulichen Ruhe am Tag vorbei und eine Horde an japanischen Arbeitern fällt über die Inseln her und baut das ganze Guano ab. Hier könnt ihr sehen wo sie dann leben. Die Bezahlung soll überdurchschnittlich sein, denn wie ihr Euch sicher vorstellen könnt stinkt es hier erbärmlich!!!


Na, da hat aber jemand wirklich Talent zum Fotomodel!


Das ist ein Humboldt-Pinguin, benannt nach Alexander von Humboldt, den in Mittel- und Südamerika jedes Kind kennt!


Oh! WIE SSSSÜÜÜÜÜSSSS!


Oh! NOCHMAL WEILS SOOOOOO SSSSÜÜÜÜÜSSSS IST!

So ein Bulle hat wirklich ein schweres Leben! Liegt den ganzen Tag im Paradies und hat so viele Weibchen, wie er erkämpfen kann.


Ein weiterer Grund, warum so viele Touristen hier her kommen liegt in diesem Zeichen im Sand. Als Vorbote der Nasca-Linien wurde dieser (vielleicht) Kerzenständer vor langer Zeit in den Felsen gekratzt.

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